François Pinault

François Pinault ist ein Unternehmer und einer der bedeutendsten Kunstsammler der Gegenwart. Seine Sammlung umfasst Werke von Andy Warhol, Mark Rothko und Damien Hirst. Damit umfasst die Kollektion insbesondere zeitgenössische und moderne Werke. Juristisch handelt es sich bei der Sammlung jedoch nicht, wie so oft, um eine Stiftung, sondern um eine Aktiengesellschaft. Pinault hatte in den 60er-Jahren die Firmengruppe Kering gegründet. Der Konzern stellt Luxusprodukte wie Schmuck und Uhren her. Aber auch Modemarken wie Gucci und Yves Saint Laurent befinden sich unter dem Dach der Kering-Gruppe.

Das Leben von Pinault begann als Sohn eines Handwerkers. Mit elf Jahren verließ er die Schule, um im Sägewerk seines Vaters zu lernen. Später gründete er den Vorläufer seines heutigen Konzern, bei dem es sich zu Beginn um einen Holz und Möbelhandel handelte.

Für seine Sammlung ließ Pinault den Palazzo Grassi in Venedig umbauen. Eine Ausstellung in Frankreich scheierte zuvor an den Auflagen der französischen Behörden. Seit 2006 ist seine Sammlung in dem Gebäude für die Öffentlichkeit zugänglich. Mit den Jahren kamen weitere Standorte dazu, unter anderem in Paris. Das Vermögen von Pinault wird auf 40 Milliarden US-Dollar geschätzt, was ihm den Platz 32 auf der Forbes-Liste der reichsten Mensche einbringt.

Nach dem Brand der Notre-Dame stellte Pinault eine Summe von 100 Millionen Euro für den Wiederaufbau bereit.

Was ist eine private Kunstsammlung?

Neben den öffentlichen Sammlungen in Kunstmuseen existieren auch solche, die sich in privater Hand befinden. Für die Kunstmuseen spielen die Privatsammlungen eine große Rolle, denn ein erheblicher Anteil ihrer Bestände setzt sich aus ihnen zusammen. Viele der Privatsammlungen gingen im 19. Jahrhundert durch Schenkung oder Kauf in den Besitz der Museen über.

Viele Museen tragen darum den Namen ihres Stifters.

Einige Privatsammlungen werden dauerhaft in öffentlichen Museen ausgestellt. Sie werden staatlich subventioniert, obgleich es sich dabei nur um eine Leihgabe von Privatleuten handelt, die oftmals ein milliardenschweres Vermögen besitzen. Neben den Privatleuten gibt es inzwischen auch Unternehmen, die sich als Sammler auf dem Markt etabliert und daraus einen eigenen Geschäftszweig gemacht haben. Das erwirtschaftete Geld fließt oftmals in Steueroasen und bereichert dadurch einige wenige Großinvestoren. Der Einfluss des öffentlichen Sektors auf Kunst und Kultur nimmt dadurch ab.

Auch für kürzere Zeiträume werden private Sammlungen in Museen ausgestellt. Einer der wichtigsten, zeitgenössischen Sammler ist der Franzose François Pinault. Immer wieder stellt der Milliardär seine Kunstschätze in europäischen Museen aus. Insgesamt befinden sich drei- bis viertausend Werke in seiner Obhut, die er in seinem Privatmuseum in Venedig untergebracht hat.

Die meisten Museen legen jedoch Wert darauf, auch bei der Ausstellung privater Kompositionen ihr Mitspracherecht zu behalten. Sie bestimmten gemeinsam mit den Kuratoren des Sammlers, welcher Themenschwerpunkt gesetzt und welche Objekte schlussendlich ausgestellt werden. Da die öffentlichen Mittel nicht ausreichen, sind die Museen immer öfter auf solche Leihgaben aus privater Hand angewiesen. Kritiker stören sich vor allem daran, dass durch die öffentliche Ausstellung der Wert der Privatstücke noch weiter steigt.